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Pfarrer Simonitti Gerhard verlässt Kaning

Ein Multitalent,  Pfarrer Gerhard Simonitti, verlässt Kaning nach 7 Jahren. Nicht etwa, weil er mit der Kaninger Bevölkerung nicht mehr kann oder will, sondern weil er seine Zukunft bei und mit der Jugendseelsorge in Klagenfurt verbringen wird. Wenn man ihn kennt, dann weiß man auch warum. Er ist einer der mit der Jugend „kann“. Vielleicht liegt es daran, dass er einfach anders ist. Viel weltoffener. Eher untypisch für die katholische Kirche.

 

Diese Haltung schlägt sich auch in seiner Vielseitigkeit nieder. Wenn neben dem Job als Pfarrer ein wenig Platz ist, dann geht er „on tour“. Mit dem Bus. Reisebus. Er ist Busfahrer aus Leidenschaft und konnte in den vergangenen Jahren schon sehr viele „Mitreisende“ quer durch Europa kutschieren. Wenn er am Steuer sitzt, fühlen sich alle wohl – er hat ja den direkten Draht nach oben und mit Gottes Segen fährt es sich halt sicherer. Seine zweite große Leidenschaft gehört der Musik. Er singt mit seiner Tenorstimme bei einem Chor in St. Peter und so ganz „nebenbei“ gründetete er vor einigen Jahren auch seine eigene Band. Und er ist der Leadsänger (!!!). Wie es sich gehört – in der Kirche ist er ja auch der „Frontman“.

                   

Was um „Gottes Willen“ singt ein Pfarrer? Alles. Einfach alles. Neben AustroPop sind auch rockige Lieder wie z.B. – ‚Achy Breaky Heart‘ – in seinem Repertoire. Die Qualität? Der Sound? Naja, für die großen Bühnen fehlen doch noch ein paar „Trainingsstunden“, aber was zählt ist die Leidenschaft und der Mut diese auch in vollen Zügen zu leben. Und den hat er definitiv. So auch bei der letzten Veranstaltung am Sonntag, 29. August 2010 in Kaning. Nach seiner „letzten Messe“ – nein es war nicht das letzte Abendmahl – wurde er von der Pfarrgemeinde Kaning und zahlreichen Kaningern mit einem kleinen Fest verabschiedet. Die Trachtenkapelle, der MGV Kaning umrahmten die Veranstaltung. Und dann nahm er das Mikro in die Hand und sang. Seine Band war gekommen – als Überraschung sozusagen. Bis zum Dunkelwerden wurde gesungen und „gegroovt“. Wahrscheinlich in Kaning das letzte Mal für eine längere Zeit. Eine lockere Stimmung, gepaart mit Wehmut war zu vernehmen und schlußendlich übernahm der Regen die Regie. Er setzte dem Ganzen leider ein jähes Ende.

 

Mit ihm verliert Kaning einen außergewöhnlichen Pfarrer. Jung, dynamisch, aufgeschlossen und auch unternehmerisch denkend. So erwarb er vor einigen Jahren die alte, aufgelassene Volksschule in Kaning zu sehr günstigen Konditionen (nicht alle Kaninger hatte ein Freude damit), welche jetzt zur Herberge und zentralen Stelle für Jugendliche aus ganz Europa umfunktioniert wurde. Ganz im Zeichen der Jugendseelsorge.

Auf diesem Weg noch einmal ein paar Eindrücke von ihm.

„Lieber Gerhard, mögest du immer mit „Gottes Segen“ unterwegs sein. Danke für die sieben Jahre in Kaning, in denen du gezeigt hast, dass es auch anders gehen kann!“

PS. Ob sein Nachkömmling (der neue Pfarrer) ihm das (Weih-) Wasser wird reichen können, bleibt abzuwarten. Dieser muss sich erst sein Vertrauen in der „Republik Kaning“ verdienen.

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